Spitzenbody und Gesprächsführung

Was ein Spitzenbody mit souveräner Gesprächsführung zu tun hat

Bianca Koschel Allgemein Leave a Comment

Ich darf es wohl eine kleine „Berufskrankheit“ bezeichnen, dass ich, wo immer ich mich befinde, Gespräche aufschnappe und ihnen interessiert und aufmerksam folge. Man darf mich durchaus als neugierig bezeichnen, sollte aber nicht vergessen, dass mich als Kommunikationstrainerin natürlich in erster Linie ein höchst professionelles Interesse an Gesprächen aller Art umtreibt 😉.

Nicht selten kann ich gar nicht anders, als meine zufällig aufgeschnappten Gespräche im Nachgang sehr intensiv zu analysieren. Sind die beteiligten Gesprächspartner am Ende mit einem guten Gefühl aus der Situation herausgegangen? Und, wenn nicht, an welcher Stelle hätte das Gespräch welche Wendung nehmen können, damit ein konstruktives Miteinander ohne Frust entsteht? Das sind für mich sehr relevante Aspekte, unter denen ich das Gelingen beziehungsweise Misslingen von Kommunikationssituationen unter anderem beurteile.

Neulich im Wäschegeschäft

Letzte Woche „durfte“ ich einer ausgesprochen interessanten Unterhaltung beiwohnen, die sich zudem noch an einem eher ungewöhnlichen Ort abspielte, nämlich in einer Boutique für Damenwäsche. Dort wurde ich Zeugin, wie der männliche Part eines Ehepaars reiferen Alters einen raffinierten Spitzenbody von der Stange nahm, ihn seiner Frau unter die Nase hielt und sagte „Hier Schatz, sowas würde mir gefallen.“

Die so zärtlich Angesprochene runzelte kritisch die Stirn und erwiderte trocken „Wann soll ich das denn bitteschön anziehen?“ „Na, im Bett natürlich, wo sonst?!“ gab der Herr mit etwas gedämpfter Stimme zurück. „Nä!“, beschied die Frau mit Nachdruck. “Diese Dinger sind total ungemütlich. Darauf habe ich keine Lust!“

„Is‘ ja nicht für lange“, schmeichelte der Mann mit samtiger Stimme und streckte der Dame seines Herzens das spärliche Stück Stoff erneut entgegen. „Eben! Warum soll ich mir für einen so kurzen Moment extra so ein teures Ding kaufen? Was ziehst du denn bitte an, um mir zu gefallen?“ konterte Madame herausfordernd.

Enttäuscht hängte der Mann den Spitzenbody zurück und sagte höchst verärgert „Dann lass es eben sein!“ Kurz darauf verließ das Ehepaar den Laden, nun nicht mehr, wie vorher, eng umschlungen, sondern schweigend und mit verhärmten Mienen.

Meine drei Gedanken zu dieser Szene

Diese Konversation hat mich beeindruckt und spontan kamen mir drei Gedanken zu dem, was ich gehört hatte. Erstens fand ich es toll, dass dieses ältere Paar offensichtlich ein aktives Sexualleben pflegt! Wie schön mitzuerleben, dass dies nicht nur jungen Menschen vorbehalten ist. Diesen Eindruck bekommt man nämlich, wenn man Bücher liest, Filme anschaut oder soziale Medien konsumiert.

Zweitens fand ich es sehr bemerkenswert, wie selbstbewusst die Frau sich Traditionen verweigert, die für uns Frauen seit jeher gelten. Sie wollte nicht um jeden Preis den Bedürfnissen ihres Mannes entsprechen und dafür ihren persönlichen Komfort hintenanstellen. Offenbar weiß sie genau, dass sie begehrenswert ist, auch wenn sie dafür keine Dinge tut, die ihr keine Lust bereiten. Ich wünsche mir für alle Frauen dieses Selbstbewusstsein, zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu stehen.

Und drittens hat es mich traurig gemacht, dass diese Kommunikationssituation am Ende zu beiderseitiger Verstimmung und Frustration geführt hat, weil sie eigentlich eine riesige Chance für einen wertvollen Austausch in sich trug.

Der eigenen Verletzung weniger Raum geben

Natürlich ist die verletzte Reaktion des Mannes absolut nachvollziehbar. Er wollte etwas für das gemeinsame Liebesleben tun und hat sein Bedürfnis nach visuellen Reizen ehrlich geäußert. Die zugegebenermaßen etwas ruppige Reaktion seiner Frau hat er als Zurückweisung erlebt. Zurückweisungen verletzen die meisten Menschen und sie reagieren darauf oft, wie der Mann im Wäschegeschäft, mit beleidigtem Rückzug. Verständlich, aber nicht notwendig, wenn man im entscheidenden Moment souverän genug ist, der eigenen Verletzung weniger Raum zu geben.

Wäre der Mann in der Lage gewesen, die Reaktion der Frau nicht als persönliche Kränkung, sondern als ernstzunehmende Frage aufzunehmen („Was ziehst du denn an, um mir zu gefallen?“), hätte der sie an dieser Stelle nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen können.

Dabei hätte sie ihm vielleicht verraten, dass sie gar keine Reize durch bestimmte Kleidung benötigt, um „in Fahrt“ zu kommen. Er hätte daraufhin die Chance gehabt, ihr zu erklären, dass es sich bei ihm ganz anders verhält. Vielleicht hätte das Gespräch auch ganz andere Erkenntnisse zutage gefördert. Die beiden hätten jedenfalls viel über den anderen lernen und ihre Beziehung vertiefen können.

Viele Gespräche scheitern am verletzten Selbstwertgefühl

Leider scheitern viele Gespräche genau an diesem Punkt. Wenn einer etwas sagt, was den anderen „anpiekt“ und ihn in seinem zerbrechlichen Selbstwertgefühl erwischt, sind die Reaktionen oft verständlich, aber wenig konstruktiv. Beleidigtes Zurückziehen oder eine Bemerkung, die wiederum das Selbstwertgefühl des anderen trifft, sind zum Beispiel häufige Fallen, in die wir an dieser Stelle im Gespräch gerne tappen.

Wenn wir es schaffen, an diesem Punkt die alten Gesprächsmuster durch neue zu ersetzen, können wir die Qualität unserer Gespräche und unsere Beziehungen entscheidend verbessern. Wenn du deinen typischen Gesprächstriggern und deine lebenslangen Muster auf die Spur kommen und sie in wichtigen Gesprächen nachhaltig umschiffen möchtest, kann ich dir meinen Onlinekurs „Souverän und selbstbewusst in jedem Gespräch“ ans Herz legen. Darin zeige ich dir Schritt für Schritt, wie man solche Muster entlarvt und sich aus ihnen befreit, damit man auch in emotional herausfordernden Situationen ruhig und souverän bleiben kann. Falls du unverbindlich auf der Seite zum Onlinekurs stöbern möchtest, um dir anzusehen, was für Inhalte der Kurs darüber hinaus bietet, kommst du hier direkt zur Infoseite.

Diese eine Frage kann Wunder bewirken

Eine Möglichkeit, souverän auf „neuralgische Triggerpunkte“ in Gesprächen zu reagieren, ist zum Beispiel die Frage nach den Wünschen, Erwartungen und Bedürfnissen der anderen Person. In einem privaten Gespräch könnte die Frage lauten „Was wünschst du dir denn von mir? Was brauchst du, um dich gut zu fühlen?“. In einem formellen, beruflichen Kontext kann man die Frage natürlich auch anders formulieren: „Wie müsste denn eine Lösung aussehen, mit der Sie einverstanden wären?“

Über die Frage nach den Vorstellungen der Gesprächspartner kann man sehr gut in ein konstruktives Fahrwasser zurückkommen, in dem alle Beteiligten ihre Perspektive äußern können. Voraussetzung dafür ist aber die nicht immer leichte Bereitschaft, die eigenen Befindlichkeiten und das verletzte Ego Verletzungen ein wenig zurückzustellen. Das ist schwer! Niemand wüsste das besser als ich. Und es muss ja auch nicht bei jedem Gespräch sein. Aber gerade in wichtigen Gesprächen ist es sehr gut, zu wissen, wie man aus einer kippenden Stimmung wieder zu einer konstruktiveren Gesprächsebene zurückfindet.

Menschen, die dazu in der Lage sind, empfinde ich als souverän. Und um souverän sein zu können, brauchen wir unbedingt ein starkes und gut geschütztes Selbstwertgefühl, welches nicht bei jeder Gelegenheit ins Wanken und Wackeln gerät. Dieses starke Selbstwertgefühl gemeinsam mit dir aufzubauen, ist die größte und schönste Mission meiner Arbeit als Kommunikationstrainerin und Selbstwertcoach!

Natürlich habe ich wie immer dieses Thema auch als Video verarbeitet, was du dir unter über den Link unter diesem Textabschnitt ansehen kannst. Wenn du kein Video mehr von mir verpassen möchtest, abonniere doch gerne kostenlos meinen YouTube-Kanal „Bianca Koschel – Souverän kommunizieren!“ und empfehle ihn anderen Frauen, die sich auch mehr Selbstbewusstsein und Souveränität in ihrem Auftritt wünschen!

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