Frau kann Kritik konstruktiv annehmen.

Kritikfähigkeit verbessern – Warum es so schwer ist Kritik anzunehmen und wie du sie in Zukunft konstruktiv nutzt, anstatt dich verunsichern zu lassen!

Bianca Koschel Allgemein Leave a Comment

Warum wir oft so schlecht Kritik annehmen können

Obwohl unser Kopf eigentlich weiß, dass wir Kritik souverän annehmen oder gelassen darüberstehen müssten, fällt Kritik üben und annehmen den meisten Menschen sehr schwer. Wenn wir eine negative Rückmeldung erhalten (oder es zumindest so wahrnehmen), kann dies unser Selbstwertgefühl angreifen und beschädigen. Gerade Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben oft Schwierigkeiten auch sachliche Kritik anzunehmen, ohne sich verletzt oder angegriffen zu fühlen.

Wenn dies geschieht, reagieren wir oft, indem wir uns beleidigt zurückziehen oder unsererseits zum Angriff übergehen. Es ist vor allem dann nicht leicht, Kritik anzunehmen, wenn sie von jemandem kommt, der uns wichtig ist. Kritik anzunehmen, ohne sich verurteilt oder bloßgestellt zu fühlen, braucht ein starkes und unerschütterliches Selbstwertgefühl. Vielleicht haben wir das sogar in bestimmten Situation und bei manchen Menschen. Und dann fällt es uns überhaupt nicht schwer, kritisches Feedback konstruktiv anzunehmen und souverän darauf zu reagieren. In anderen Situationen und bei bestimmten Personen dagegen gelingt es uns überhaupt nicht, Kritik zu ertragen oder gar nüchtern zu reflektieren. Auch wenn Kritik unsere grundsätzlichen Überzeugungen oder Werte in Frage stellt, empfinden wir sie häufig als ungerechtfertigt und fühlen starken inneren Widerstand dagegen.

Die Art und Weise, wie Kritik geäußert wird, hat großen Einfluss darauf, ob wir sie gut annehmen können oder sie als einen Mangel an Respekt und als persönlichen Angriff auf uns bewerten. Dabei ist es wichtig, uns daran zu erinnern, dass die Annahme von Kritik nicht bedeutet, dass wir ihr zustimmen oder sogar Änderungen vornehmen müssen. Es bedeutet vielmehr, offen dafür zu sein, von den Perspektiven und Erfahrungen anderer zu lernen und unsere eigenen „emotionalen Baustellen“ zu erkennen.

In welchen Situationen wir konstruktiv Kritik annehmen sollten

Kritik im Job

Gerade, wenn wir mit Kunden zu tun haben oder in einem Team mit Kollegen und Vorgesetzten arbeiten, ist unser souveräner Umgang mit Kritik gefragt. Kritik konstruktiv aufzufassen zeigt, dass wir bereit sind, die Kritikpunkte anderer anzuerkennen und daraus zu lernen. Perfekt ist es, wenn wir in der Lage sind, Kritik auf professionelle Weise anzunehmen, ohne uns von ihr verunsichern oder persönlich verletzten zu lassen.

Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn leider wird Kritik nicht immer sachlich und wertschätzend vorgebracht. Nur allzu oft fühlt sich Kritik ungerechtfertigt an und unser Kritiker gibt uns das Gefühl, dass es sehr wohl persönlich gemeint ist und legt es vielleicht sogar darauf an, uns zu verletzen oder geringzuschätzen.

Aber nicht nur fehlende Wertschätzung macht es uns schwer, mit kritischem Feedback ohne Selbstzweifel umzugehen. Auch ungerechtfertigte Kritik, von der wir uns ganz falsch eingeschätzt fühlen, bringt uns dazu, uns angegriffen zu fühlen. Dann werden wir die Argumente des Kritikers nicht als nützliche Kritik auffassen, die uns dabei unterstützt, uns weiterzuentwickeln. Wir werden sie als negative Kritik und als Angriff auf unser Selbstwertgefühl werten und trotzig oder verärgert „die Arme vor der Brust“ verschränken.

Um dich selbst zu schützen und die Beziehungen zu den Menschen, mit denen du arbeitest, zu verbessern, solltest du ehrlich reflektieren, ob du mit Kritik schon souverän umgehen kannst oder ob du mit meinen Tipps diese Kompetenz noch verbessern kannst.

Kritik aus dem privaten Umfeld

Kritik aus dem privaten Bereich kann besonders verletzend sein, weil sie von Menschen kommt, die uns eigentlich nah stehen und von denen wir uns Anerkennung und positive Bestätigung wünschen. Ob sie von der Familie, von Freunden oder Partnern kommt, Kritik kann sich schnell wie ein persönlicher Angriff und sehr schmerzhaft anfühlen. Die Menschen, die uns am nächsten stehen, haben auch den größten Einfluss auf unsere Gefühle und unser Wohlbefinden. Deshalb kann Kritik aus dieser Ecke noch schwerer zu ertragen sein, als wenn sie von Menschen aus unserem professionellen Umfeld kommt.

Natürlich wissen wir im Grunde, dass Kritik von unseren Liebsten nicht bedeutet, dass die Person uns nicht liebt oder nicht wertschätzt. Aber wir sehnen uns alle danach, so akzeptiert und angenommen zu werden, wie wir sind. Und gerade Menschen, die kein sehr ausgeprägtes Selbstwertgefühl haben, nehmen Kritik nicht selten auch dort wahr, wo sie eigentlich gar nicht bewusst geäußert wurde. Wenn du dazu neigst, überall Kritiker zu sehen und jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und gegen dich gerichtet zu interpretieren, so ist es für dich ganz besonders wichtig, die Vorteile konstruktiver Kritik zu erlernen. Denn wenn du deine Abwehrhaltung aufgeben und Kritik richtig annehmen kannst, wird dies ein spürbarer Booster für dein Selbstwertgefühl sein!

Wie kann ich meine Kritikfähigkeit trainieren?

Kritik annehmen und äußern wird wahrscheinlich für die meisten Menschen immer eine Herausforderung bleiben. Du kannst aber einiges dafür tun, um das Thema Kritik für dich persönlich besser in den Griff zu bekommen und dich weniger davon verletzen oder verunsichern zu lassen. Ich empfehle dir, deine Kritikfähigkeit auf verschiedenen Ebenen zu trainieren. Eine Ebene, auf der du das Annehmen von Kritik einüben bezeichne ich als die „kogitive Ebene“.

Damit sind eher rationale Tipps gemeint, wie du einen besseren Umgang mit Kritik erlernen kannst.

5 rationale Tipps für bessere Kritikfähigkeit

  1. Bleibe ruhig und betrachte die Sachinformation der geäußerten Kritik
  2. Versuche, die Kritik nicht persönlich zu nehmen
  3. Distanziere dich von ungerechtfertigter Kritik
  4. Frage dich, ob die Kritik berechtigt ist und was du daraus lernen kannst
  5. Nutze Kritik, um daran fachlich und persönlich zu wachsen.

Wenn es aber trotz dieser guten Tipps wehtut

Diese Tipps sind nützlich, keine Frage. Aber sie können eben „nur“ den Kopf überzeugen und helfen vielen Menschen nicht dabei, die negativen Gefühle loszuwerden, die Kritik auslösen kann. Deswegen solltest du unbedingt auch auf einer tieferen „Ebene des Fühlens“ daran arbeiten, dass du mehr Selbstbewusstsein aufbaust und dich auch von destruktiver Kritik nicht mehr aus deiner Mitte bringen lässt. Es reicht meiner Erfahrung nach nicht aus, nur zu wissen, wie Kritik äußern und annehmen kannst. Du musst auch das Selbstbewusstsein und die Sicherheit fühlen, mit der du dicht mehr in die zermürbenden Selbstzweifel und Selbstkritik gerätst.

Natürlich wissen wir, dass es nicht gut ist, Kritik persönlich zu nehmen! Aber was hilft dir dieses Wissen, wenn es so ist, dass dein Gegenüber mit seiner Kritik mitten in deine Schwachstellen haut und den Finger in alte Verletzungen legt (was ihm nicht mal bewusst sein muss). Und dabei das Gesagte nicht sachlich formuliert wird, sondern auf eine Art und Weise, die du nicht mal mit ganz viel gutem Willen als positives Feedback wahrnimmst, sondern schlicht als verletzend und übergriffig.

Geeignete Methoden, um auf der Ebene des Fühlens an deiner Kritikfähigkeit zu üben sind beispielsweise die Auflösung negativer Glaubenssätze, regelmäßige positive Affirmationen, ein Erfolgstagebuch oder Selbstliebe-Meditationen. Ich begleite Menschen bei diesem Prozess und habe im Laufe der Zeit sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, um Menschen dabei zu helfen, ihre Selbstzweifel nachhaltig zu überwinden. Wenn du dir meine Unterstützung bei diesem Thema wünschst, buche dir gerne unter diesem Link ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir. Darin können wir ganz in Ruhe schauen, ob und wie ich dich optimal unterstützen kann.

Mein kostenloses Online-Seminar „Konstruktiv Kritik annehmen“

Es ist nun einmal so, dass nicht jeder unserer Kunden, Vorgesetzten, Kollegen, Freunde oder Familienangehöriger „richtig kritisieren“ gelernt hat, und wertschätzend Rücksicht auf die Gefühle seines Gegenübers zu nehmen. Kritik fällt nicht selten ziemlich verletzend aus. Damit du kritikfähig wirst und in Zukunft nicht nur souverän auf Kritik reagieren, sondern für dich auch konstruktiv damit umgehen kannst, veranstalte ich am 02. Februar um 18.30 Uhr einen kostenlosen Online-Workshop mit dem Thema „Konstruktiv Kritik annehmen – Mit negativem Feedback souverän umgehen, anstatt dich verunsichern zu lassen.

Unter diesem Link kannst du dich über die Veranstaltung informieren und dich dazu anmelden.

Wie kann ich souverän mit Kritik umgehen?

Wenn dir Kritik begegnet und du spontan oft nicht angemessen und souverän darauf reagieren kannst, weil du dich vor den Kopf geschlagen oder richtig getriggert fühlst, dann solltest du auf solche Situationen gut vorbereitet sein . Dabei ist es erstmal wichtig, nicht in eine vorschnelle Rechtfertigung oder Verteidigung zu geraten. Gerade, wenn du zu emotionalen Reaktionen neigst, die du hinterher lieber ungeschehen machen würdest, verschaffe dir erst einmal Zeit, um über den Sachverhalt nachzudenken und deine Emotionen in Ruhe für dich in den Griff zu bekommen. Wenn Menschen an dir Kritik üben oder du dies so empfindest, spielen meistens so viele Faktoren eine Rolle, dass keiner von uns spontan in der Lage ist, diese in der Situation selbst in Sekundenschnelle zu berücksichtigen.

Auch die Frage, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder es sich um einen Schuh handelt, den du dir nicht anziehen möchtest, kannst du oft nicht so schnell entscheiden. Deswegen solltest du unbedingt Zeit für dich schaffen, deine spontane Emotion von deiner Reaktion zu entkoppeln.

Verschaffe dir Zeit

  • „Interessant, dass Sie die Situation so einschätzen. Ich werde darüber nachdenken und mir Ihren Standpunkt durch den Kopf gehen lassen.“
  • „Ich bin etwas überrascht und brauche ein bisschen Zeit, um Ihren Standpunkt besser nachvollziehen zu können.“
  • „Das möchte ich erst einmal sacken lassen. Können wir das Gespräch morgen noch einmal aufnehmen?“

Frage nach, worauf sich die Kritik bezieht

Manchmal treffen Menschen sehr verallgemeinernde Aussagen, statt zu sagen, was Ihnen konkret nicht gefallen hat. Dann kannst du mit einer der folgenden Fragen sicherstellen, ob du richtig verstanden hast, worum es in er Kritik geht.

  • „Bei unserem letzten Projekt waren Sie nicht zufrieden. Können Sie mir noch einmal ganz konkret die Punkte benennen, die Sie sich in Zukunft anders wünschen?“
  • „Um meine Leistungen zu verbessern und Ihnen die Qualität zu liefern, die Sie von mir gewohnt sind, nennen sie mir doch bitte ganz genau die Punkte, mit denen Sie nicht zufrieden sind.“

Widerspreche auf wertschätzende Art

Manchmal brauchen wir keine Zeit, sondern spüren spontan, dass wir einer Kritik widersprechen möchten. Das können wir auch auf eine wertschätzende Weise tun, damit diese Situation nicht zu einem unerwünschten Konflikt eskaliert.

  • „Ich bin in dieser Sache ganz anderer Meinung, aber es ist ja gut und wichtig, dass wir unterschiedliche Auffassungen haben können.“
  • „Ich empfinde das ganz anders, aber ich möchte wirklich keinem Menschen sein persönliches Empfinden absprechen und finde es gut, dass wir darüber ins Gespräch kommen.“
  • Zitat von Voltaire (sinngemäß) „Mein Herr [Anm. der Autorin: die Anrede darf natürlich auch für eine Dame abgewandelt werden], ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich verteidige Ihr Recht, Ihre Meinung aussprechen zu dürfen mit meinem Leben!“ (Dieser Satz sorgt, gerade weil er ein wenig übertrieben klingt, oft für einen Schmunzler und deeskaliert eine kritische Situation.)

Umgang mit Kritik, die ungerechtfertigt oder sogar bösartig ist

Bei allen Bemühungen um konstruktive Reaktion auf Kritik: nicht jede Kritik verdient es, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Es gibt auch Situationen, in denen du merkst, dass es deinem Gegenüber wirklich nur darum geht, dich zu verletzen, dich zu diskreditieren und die „Kritik“ wirklich überhaupt keine konstruktive Basis hat (die Kritik immer haben sollte). Bei dieser Art von Kritik solltest du dich klar positionieren und auch eine deutliche Ansage nicht scheuen. Du musst auch hier nicht beleidigend werden, dich aber jeder weiteren Auseinandersetzung entziehen. Wenn dich diese Art „Kritik“ zu üben überfällt, kannst du sie natürlich einfach ignorieren und die Situation verlassen. Wenn du reagierst, empfehle ich dir, Klartext zu sprechen und dich dann aber auf keine weiteren Diskussionen einzulassen (außer natürlich du bist an einem Schlagabtausch interessiert, dann go for it!)

  • „Das wir mir hier zu persönlich. Falls du in der Lage bist, konstruktive Kritik zu formulieren, sind wir im Gespräch, ansonsten bin ich an dieser Stelle raus!“
  • „Diese Ansicht widerspricht in einem Maße meinen eigenen Werten, dass ich darüber gar nicht diskutieren möchte!“
  • „Ich lasse mich nicht beleidigen. Für mich ist das Gespräch hiermit beendet.!“

Kritik richtig annehmen heißt, die richtigen Fragen stellen

Kritikfähigkeit zeichnet sich in einem erheblichen Maße dadurch aus, dass ein Mensch in der Lage ist, sich aus Kritik genau das herauszuziehen, was ihm dabei hilft, zu wachsen und das beim Kritiker zu lassen, was viel mehr über dessen Probleme aussagt. Kritik fühlt sich oft nicht deswegen schmerzhaft an, weil sie zutrifft, sondern weil sie in etwas rührt, wobei wir selbst noch unsicher sind oder was wir selbst noch bearbeiten dürfen.

Oft fällt es Menschen schwer, negative Gefühle (wie zum Beispiel Wut oder Verunsicherung als Folge einer empfundenen Kritik) konstruktiv dafür zu verwenden, sich die richtigen Fragen zu stellen. Es ist üblich, dass der Kritisierte zickig oder bockig wird, anstatt sich zu fragen: „Warum verletzt mich diese Aussage so sehr? Was brauche ich, damit mich diese Kritik mich nicht mehr so trifft? Was darf ich heilen, damit diese Worte bei mir nicht mehr eine solche Reaktion auslösen?“ Um uns diese Fragen zu stellen, brauchen wir die emotionale Rückmeldung, die wir oft bekommen, wenn wir uns durch Kritik angegriffen fühlen.

Und immer, wenn wir spüren, dass uns eine Kritik verletzt, verunsichert oder sonst wie emotional aufwühlt, dann haben wir die Chance, uns selbst ein Stück weit besser zu verstehen und uns durch die richtigen Fragen an die Quelle unserer unerfüllten Bedürfnisse oder unverheilten Verletzungen zu führen.

Das Bewusstsein, wofür der Schmerz oder die Verunsicherung gut und wichtig ist, die wir bei Kritik empfinden, hilft zumindest mir sehr dabei, ihn viel besser auszuhalten und nicht mehr damit zu hadern.

Hier kannst du das Thema Kritikfähigkeit auch als Video ansehen

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