Gruppe von Menschen

Unsicher und nervös in fremden Gruppen

Bianca Koschel Allgemein Leave a Comment

Am Wochenende war ich auf einem Treffen mit lauter Online-Unternehmer:Innen in Bonn. Diese Veranstaltung findet seit vielen Jahren regelmäßig statt, ich war aber zum ersten Mal dabei.

Viele der Teilnehmer kannte ich bereits aus der virtuellen Welt, aus verschiedenen Kanälen in den sozialen Medien. Einige sind, meiner Wahrnehmung nach, wirklich „Big Player“ der Branche. Es gab außer mir zwar noch ein paar andere Neulinge, das Gros der Anwesenden kannte sich jedoch offensichtlich bereits seit langem.

Schon bei der Anreise spürte ich meine Nervosität. Ich war voller Vorfreude, aber in diese mischte sich auch ein Gefühl der Unsicherheit. Dieses wurde bei meiner Ankunft noch verstärkt. So viele fremde Menschen (ist man ja nach zwei Jahren Pandemie überhaupt nicht mehr gewohnt), so viele sehr erfahrene und arrivierte Unternehmer, die sich auch noch wie „best Buddies“ in den Armen lagen.

Ich fühle mich meinen Kundinnen nah wie nie

Und dazwischen: Ich. Eine ehemalige Lehrerin, die noch ganz am Anfang ihres Online-Business steht, niemanden persönlich kennt. Mein Herzschlag wir immer schneller und mein Mund immer trockener…

Und da spüre ich es: Ich bin JETZT, gerade in diesem Moment, in dem ich mich gar nicht so selbstbewusst und taff fühle wie sonst, meinen Kundinnen so nah, wie ich es nur sein kann! Ich fühle jetzt ganz genau das, was sie fühlen, warum sie zu mir kommen. Wenn sie mit meiner Hilfe den souveränen Auftritt und das tiefe Selbstwertgefühl entdecken möchten. Leicht bis mittelstark verunsichert, ein bisschen zu klein, ein bisschen „zu wenig“ und ganz stark mit der Frage beschäftigt „Wie soll ich mich jetzt verhalten?“

Meine erste Erkenntnis des Tages ist also: Selbstsicherheit ist nicht etwas, was man einmal erlernt oder erreicht und dann für immer fühlt. Selbstsicherheit darf man immer wieder, je nach Situation, neu in sich selbst suchen und finden!

Inneres „klein Fühlen“ mit großer Klappe kaschieren

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie ich mit dieser Situation umgegangen bin. Wie ich es geschafft habe, wieder in mein Selbstwertgefühl und meine innere Kraft zu kommen. Bevor ich dir das erzähle, möchte ich gerne mit dir teilen, wie ich früher damit umgegangen wäre.

Früher habe ich meine Unsicherheit immer unter einer besonders „großen Klappe“ versteckt. In Situationen, die außerhalb meiner Komfortzone lagen, trat ich immer besonders witzig, schlagfertig und extrovertiert auf. Es half mir, mein gefühltes „inneres klein Fühlen“ durch ein „äußeres groß Tun“ zu kaschieren. Und ich kann sagen, dass diese Strategie gut funktioniert hat.

Aber ich möchte sie dir trotzdem nicht empfehlen. Denn Menschen, die eigene Unsicherheit auf diese Weise kompensieren, sind genau die, die wir irgendwie als unsympathisch empfinden. Weil sie zwar witzig und unterhaltsam sind, aber auch anstrengend und laut. Selbstdarsteller eben.

Die Unsicherheit liebevoll annehmen

Durch meine Arbeit am Selbstwertgefühl, die ich ja auch ganz intensiv in meinem Onlinekurs betreibe, hatte ich plötzlich ganz andere Möglichkeiten, mit meiner eigenen Unsicherheit umzugehen. Und es fing wirklich damit an, dass ich diese Unsicherheit und meinen Minderwertigkeitskomplex erst einmal wahrgenommen habe und mir diese Gefühle ganz liebevoll „erlaubt“ habe.

Anstatt direkt in die Konfrontation zu gehen und zu versuchen, nach außen hin Selbstsicherheit darzustellen, habe ich mich liebevoll in meinem Gefühl „Ich bin nicht gut genug“ angenommen. Das hat unendlich gutgetan! Statt laut und extrovertiert bin ich erstmal ganz leise geworden. Ich habe das Außen zwar wahrgenommen, aber ich habe nicht versucht, mich in dieses Außen einzubringen.

Ich habe dem Impuls widerstanden, in die Frage „Wie soll ich mich jetzt verhalten?“ einzutauchen. Stattdessen habe ich ganz stark der Frage nachgespürt „Was brauche ich jetzt, um mich sicher und selbstbewusst zu fühlen?“ Ich habe gar nicht nach Antworten gesucht. Allein die Tatsache, dass ich dieser Frage nachging, hat mich sehr ruhig und fokussiert werden lassen.

Ich spürte, dass ich in diesem Moment einfach Vertrauen brauchte. Vertrauen, dass ich schon in der Gruppe ankommen würde, wenn die Zeit dafür reif ist. Es war so entspannend, zu merken, dass ich nichts tun muss, nichts sagen muss, nicht irgendwie sein, um mich in der Gruppe selbstbewusst zu fühlen. Ich brauchte einfach nur ganz tief in mich selbst eintauchen, dahin, wo ich sicher weiß, wer ich bin und was ich wert bin.

Authentisch kommunizieren, wie wir uns fühlen

Eine andere Strategie, die mir sehr geholfen hat, meine Unsicherheit zu überwinden, ist authentische Kommunikation. Ich habe ganz offen angesprochen, dass ich mich angesichts der Situation im Moment ein bisschen nervös fühle. Und siehe da: es flog mir so viel Liebe und Wertschätzung zu, dass es mich richtig gerührt hat.

Da habe ich so deutlich gespürt, wie wahr und aufrichtig ich das erlebe, was ich in meinem Online-Kurs auch lehre: Wenn man sich in irgendeiner Form unwohl, unsicher oder sonst wie „komisch“ fühlt, kann es helfen, das offen und aufrichtig zu kommunizieren. Natürlich bedarf es aber hierfür ein Umfeld, in welchem man die Bereitschaft spürt, mit einer solchen offenen Verletzbarkeit wertschätzend umzugehen. Wenn wir unser Umfeld als feindlich wahrnehmen, wenn wir das Gefühl haben, es wartet nur darauf, dass wir eine Schwäche zeigen, werden wir uns nicht in dieser Weise öffnen können.

Frag nicht, was die anderen denken, sondern was DU brauchst

Ich möchte dir mit diesem sehr persönlichen Bericht Mut machen. Du bist nicht allein mit deiner Unsicherheit und deinen Gefühlen, dich in manchen Situationen irgendwie „klein“ zu fühlen. Ich kenne das und die meisten anderen Frauen auch, egal, wie selbstbewusst sie nach außen wirken.

Wenn du nicht gegen dich ankämpfst, sondern dir liebevoll zugestehst unsicher zu sein, wirst du erleben, wie viel von deinen Ängsten dir das allein schon nimmt. Du darfst dich von den Erwartungen der anderen Menschen und von der Frage „Was denken die jetzt von mir“ einfach mal lösen, um ganz tief in dir nachzufragen „Was brauche ICH?“. Vielleicht brauchst du eine kurze Pause von der Situation. Nimm sie dir! Vielleicht brauchst du einen Gesprächspartner, damit du nicht so allein dastehst. Such dir einen. Vielleicht brauchst du einfach ein bisschen Zeit zum Ankommen. Nimm sie dir!

Vielleicht möchtest du auch mit mir zusammen, an meiner Seite und an der Seite anderer, wunderbarer Frauen auf die Suche nach deinem tiefen Selbstwertgefühl gehen. Dann schreib mir gerne einfach eine E-Mail an bianca@koschel-beratung.de. Wir schauen gemeinsam in Ruhe, wie ich dich am besten unterstützen kann!

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