Ein Plädoyer für mehr Pausen

Bianca Koschel Allgemein Leave a Comment

Was glauben Sie, wie oft mir schon folgender verzweifelter Satz begegnet ist: „Warum ist mein(e) Arbeit/ Klausur/ Test/ Prüfung so schlecht gelaufen, ich habe doch stundenlang gelernt“? Natürlich ist es wichtig, sich gründlich auf eine Prüfung vorzubereiten, aber es gibt dafür (für die meisten Menschen) effektivere und weniger effektive Wege.

Eine aus meiner Sicht nicht sehr vielversprechende Lernmethode, die aber leider sehr verbreitet ist, ist das kurzfristige Lernen in langen Einheiten. Im konkreten Beispiel ausgedrückt: man schaut sich einen Tag vor dem Vokabeltest die 150 Vokabeln zwei Stunden lang an. Ist bei manchen Menschen erfolgreich und wie immer in meinen Beiträgen gilt die Regel: wenn etwas für Sie funktioniert und Sie gut damit klarkommen, bleiben Sie auf jeden Fall dabei!

Vielleicht gehören Sie aber auch zu denjenigen, die immer wieder die frustrierende Erfahrung machen, dass Sie stundenlang etwas wiederholt haben, was Sie dann einen Tag später nicht mehr abrufen können.

Das liegt, unwissenschaftlich gesprochen daran, dass das Gehirn der meisten Lerner nicht auf diese Weise optimal arbeitet und Wissen abspeichert. Das Gehirn, so haben viele neurologische Tests und Studien ergeben, lernt besser in kurzen und regelmäßigen Einheiten. Das heißt, Sie hätten gar nicht mehr als die zwei Stunden in Ihren Vokabeltest investieren, diese lediglich anders aufteilen müssen, beispielsweise auf acht Tage à 15 Minuten.

Viele Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, sind überrascht, dass ich zunächst einmal nach den Pausen frage und sich nicht selten herausstellt, dass zu wenig Pausen gemacht werden. Dabei ist ein Lernprozess mit kurzen intensiven Lerneinheiten und regelmäßigen Pausen viel effektiver, deutlich nachhaltiger und macht außerdem mehr Spaß.

Pausen geben dem Gelernten die Chance, sich zu setzen und sich in Ihrem Gedächtnis zu verankern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kleine Pausen zwischen 15-30 Minuten optimal sind, um ausreichend Abstand vom Lernstoff zu schaffen, ohne Sie gänzlich aus dem Arbeitsprozess zu bringen.

Natürlich birgt das Pausieren immer auch die Gefahr eines „sich Verzettelns“ und urplötzlich hat man zwei Stunden seinen Instagram-Account gecheckt, gezockt oder sich mit Freunden verquatscht. Meine besten Tipps dies zu vermeiden, verrate ich Ihnen in einem anderen Blogbeitrag.

Bis dahin genießen Sie Ihre Pausen!